Die Premierenfeier
Berlin, 16. April 2000

 

Nun war der mit Spannung erwartete Tag endlich da: knapp ein Jahr nach den Dreharbeiten wurde Oskar Roehlers dritter Spielfilm um 11 Uhr morgens einem erwartungsvollen Publikum vorgeführt.
Hannelore erschien in Begleitung ihres Sohnes Dominik, Oskar Roehler, Vadim Glowna, der Produzentin Käte Ehrmann sowie den Mitarbeitern des Advanced Filmverleihs Silke Wilfinger und Kalle Friz.
Noch vor dem Einlass wurde Hannelore von dem Starjournalisten Dankwart Bette begrüßt und beblumt und nach ihrem Befinden gefragt. Garantiert hatte Hannelore schon ruhigere Nächte verbracht und ihre Antwort war dementsprechend: "Einerseits irrsinnig gut und wahnsinnig schlecht..."

Sie suchten sich einen guten Platz in der Mitte des schon fast überfüllten Saales und wurden erst mal einige Minuten von den Pressefotografen und Kameraleuten abgelichtet, bevor es endlich mit dem Film losgehen konnte.

Und wie es losging! Hat man sonst manchmal das Gefühl, ein Film kommt nicht schnell genug in Fahrt: diesmal gab es kein Vorspiel! Hannelore hatte gleich in den ersten Minuten beste Momente, von denen es in "Die Unberührbare" so einige gab, die einen leicht erschaudern ließen. Schnell war auch vergessen, dass man erstmals mit seiner Lieblingsschauspielerin, keine fünf Sitzreihen entfernt, gemeinsam in den Film abtauchte. Die Story fesselte!

Da war sie nun - endlich auf der Leinwand, ganz groß zu bewundern. Darauf hat man sich eigentlich am meisten gefreut: Reaktionen von Zuschauern wahrnehmen, das leise Rascheln und Hüsteln im Raum, die Totenstille oder kurzes Gelächter bei entsprechenden Filmszenen... das Kinoambiente eben.

Als der Abspann lief, war alles mucksmäuschenstill, einmal abgesehen von den laut bummernden Herzen hier und da. Oskar Roehler, der mit leicht wackeligen Knien die Bühne betrat, versuchte nun vergeblich, seine Gefühle in Worte zu fassen. Stürmischer Beifall umgab ihn, der sogar noch tosender wurde, als er schließlich seine Hauptdarstellerin zu sich rauf rief.

Viel sagen konnte Hannelore nicht. Sehr berührt und emotional nahm sie den Applaus entgegen und freute sich, dass "Die Unberührbare" endlich da war, wo sie (und damit meinte sie vielleicht nicht nur ihre Filmrolle) hingehört - ins Kino!

Voller Dankbarkeit holte Oskar schließlich seine ganze Crew auf die Bühne, die am Ende einzubrechen drohte. Den Zuschauern wurde klar, dass hier ein sehr inniges Verhältnis zueinander bestand. Es wurde geküßt, geherzt und zusammen ein bisschen geweint, bis der Beifall schließlich aus Erschöpfung abnahm.

Auf dem anschließenden meeting im Foyer wuselte Hannelore von Mensch zu Mensch, nahm Komplimente entgegen, herzte Freunde und Kollegen und gab einige Interviews. Auch Dominik Elsner konnte man ansehen, dass er den großen Erfolg seiner Mutter genoss. BRISANT-Reporter Dankwart Bette offenbarte er, dass er schon ein wenig erschrocken war von ihrer Präsenz in dem Drama, da sie auch sehr viel Persönliches hinein brachte. Mit verschmitzten Lächeln fügte er hinzu, dass er ihr eigentlich alles zutrauen würde...

Unter den Premierengästen wurden viele bekannte Gesichter von Schauspielern und Regisseuren entdeckt, wie zum Beispiel Uwe Kockisch, Nina Hoss, Christiane Paul, Burkhard Driest, Horst Buchholz, Andrea Sawatzki, Christoph Schlingensief, Stefanie Stappenbeck und Pepe Danquart. Sie alle feierten einen wirklich herausragenden deutschen Film.

Es bleibt nur noch zu wünschen, dass der Film bei vielen, vielen Zuschauern Eindruck hinterlässt und nicht so schnell in Vergessenheit gerät, wie das manchmal bei Fernsehspielen der Fall ist.